WASSER. HINDERNISSE. TORE.

Frisch mit der Qualifikation für Olympia 2021 in Tokio im Gepäck ist Sideris Tasiadis zu Gast. Der Augsburger erzählt von seoner Sportart Kanuslalom und der Silbermedaille bei Olympia 2012 in London. Jetzt den Podcast hören!

Sideris Tasiadis

Kurzinfos

Geburtsdatum: 07.05.1990

Geburtsort: Augsburg

Größe: 1.79 cm

Gewicht: 79 kg

Beruf: Polizeibeamter

 

Größte Erfolge

Silbermedaille Olympia 2012 London

Silbermedaille Weltmeisterschaft Team 2010, 2011, 2013, 2015

Bronzemedaille Weltmeisterschaft 2018

Goldmedaille Europameisterschaft 2012

Silbermedaille Europameisterschaft (2011, 2012, 2013, 2015)

 

Sportlupen-Schnellfeuer

Dein Traumurlaub: in den Bergen wandern gehen

Dein bestes selbstgekochtes Gericht: Spaghetti Bolognese

Deine Lieblingsstadt: Prag

Dein Humor: stilvoll

Dein Buchtipp für die Zuhörerinnen: Ich mag, wenn´s kracht (Jürgen Klopp)

Dein Lieblingslied: Allein – Capital Bra

Dein größtes Hobby: An meiner Vespa schrauben

Dein Lebensmotto: Immer fröhlich bleiben

Dein Wunsch für 2021: Die Gemeinschaft soll wieder zueinander finden

Sideris Tasiadis über ...

… die Fehlertoleranz beim Kanuslalom:

Es ist schon so, dass man eigentlich 0 Fehler fahren muss. Wenn man dann zu hohes Risiko gegangen ist, damit man so schnell wie möglich durch die Tore fährt, dann hängt man manchmal nur ganz schnell den Kopf rein in die Tore. Wenn es dann von den Kampfrichtern als Fehler gesehen wird, bekommt man eben 50 Strafsekunden, je nachdem wie sie das beurteilen. Wenn man die aber bekommt, dann ist der Wettkampf natürlich vorbei, dann kann man sich hintenanstellen. Und selbst mit einer Torberührung und 2 Strafsekunden gewinnt man heute nicht mehr… früher, so vor 15 Jahren, war das noch der Fall, aber mittlerweile muss man 0 fahren, um ganz nach vorne zu kommen.

… Fähigkeiten, die beim Kanuslalom wichtig sind:

Zu erst einmal natürlich das Wassergefühl. Man sieht das gerade auch bei den jüngeren Fahrern, die frisch ins Boot steigen, wer ein gutes Wassergefühl hat. Da kann man dann sagen, okay, der hat wirklich Talent! Außerdem gehört dazu, dass man das Wasser lesen kann, also vorausschauen fahren, auf die Wellen schauen, wie sie stehen und wie man das Boot daran anpassen muss. Auch ein großer Teil ist das Durchhaltevermögen, weil wenn man sich nur auf seinem Talent ausruht, wird man nie an die Weltspitze kommen. Ich selber war auch talentiert und habe mich am Anfang etwas darauf ausgeruht, aber dann gemerkt, dass das nicht reicht. Und jetzt bin ich auch ein sehr harter Arbeiter.

… über sein Canadier-Boot:

Bei uns ist es so, dass jeder sein Brot selber bestellt. Die Boote haben auch nicht immer dieselbe Form, da hat jeder seine eigenen Präferenzen. Manche haben ein bisschen ein breiteres Boot, oder ein bisschen runder, ein bisschen eckiger, da gibt es viele Varianten. Der Kajak sieht natürlich dann nochmal anders aus als der Canadier, weil wir einen höheren Schwerpunkt haben im Canadier und man da eher ein stabileres Boot braucht. So ein Boot kostet dann um die 2000€ aufwärts und man fährt das meistens so eine Saison. Das besteht nämlich komplett aus Carbon, und es ist während der Reisen immer auf dem Autodach. Und weil wir erstens viel reisen und zweitens das dann auch täglich mindestens 3 Stunden benutzen, leidet das Material da schon drunter. Man merkt es zum Beispiel auch den Paddeln, die wechsle ich jeden dritten Monat. Die Fläche, also das Blatt wird da immer weicher, und da habe ich das Gefühl, dass es dann irgendwann bricht. Der Laie wird das nicht merken, dass da ein bisschen weniger Druck auf dem Blatt ist, aber ich merke das gleich, wenn das Blatt etwas weicher ist und ich nicht wie normal den vollen Druck ausüben kann.  

Wenn DU wissen möchtest… 

  • wie Sideris mit dem Druck umgeht,   
  • wie er zum Thema Doping steht,
  • und was er von der Diskussion um Olympiaprämien hält,  dann höre unbedingt den Podcast!