SPORTSCHIESSEN. PRÄZISION. GESCHWINDIGKEIT.

Der erste Olympiasieger zu Gast in der Sportlupe! Christian Reitz erzählt vom Sportschießen, wie er mit Druck umgeht und vom perfekten Tag in Rio de Janeiro 2016. Jetzt Podcast hören!

Christian Reitz

Kurzinfos

Geburtsdatum: 29.04.1987

Geburtsort: Löbau

 

Größte Erfolge

Goldmedaille Olympia 2016 Rio de Janeiro

Bronzemedaille Olympia 2008 Peking

Goldmedaille Weltmeisterschaft Team 2014

6x Goldmedaille Europameisterschaft (2011, 2013, 2015)

2x Goldmedaille Europaspiele (2015)

viele weitere Medaillen bei Weltmeisterschaften, Europameisterschaften, Deutschen Meisterschaften

Sportlupen-Schnellfeuer

Dein Traumurlaub: In Ägypten am Strand liegen

Dein bestes selbstgekochtes Gericht: Sauerbraten

Deine Lieblingsstadt: aktuell Regensburg

Dein Humor: manchmal sehr flach

Dein Buchtipp für die Zuhörerinnen: fällt mir spontan keiner ein 🙁

Dein Lieblingslied: Rise – Katy Perry

Dein größtes Hobby: Terraristik, Programmieren

Dein Lebensmotto: Es geht eigentlich immer besser

Dein Wunsch für 2021: Ein bisschen mehr Normalität

Christian Reitz über ...

… seinen Weg zum Schießsport:

Ich wollte eigentlich schon immer in die Richtung Polizei gehen, das war wirklich relativ schnell im Gespräch. Und dann bin ich zum Schießen gekommen, eigentlich war das auch ein dummer Zufall… normalerweise passiert das ja eher durch Eltern, Großeltern oder durch Freunde, Bekannte. Bei mir war es durch die Schule! Ich bin im Rahmen eines Wandertags schlussendlich beim Schützenverein gelandet. Da durften wir ein bisschen was ausprobieren, da wurde uns bisschen was gezeigt und so bin ich im Endeffekt da gelandet. Irgendwann hat sich das dann abgezeichnet, dass das gute Kombination ist, also Polizeiberuf und Sportschießen. Weil es einfach ein Sport ist, der nicht so bekannt ist, also man kann sich jetzt damit keine goldene Nase verdienen. Da war dann der Weg mit der Gruppe der hessischen Bereitschaftspolizei für mich natürlich der glückliche Fügung, sodass ich meinen Sport weiterhin ausüben kann, und wenn sich dann der Sport irgendwann mal dem Ende zuneigt, habe ich aber trotzdem eine abgeschlossene Ausbildung.

… das Schießen mit seiner Frau im Mixed:

Es hat alles seine Vor- und Nachteile! Aber ich muss sagen, die Vorteile überwiegen in dem Fall. Denn wie du schon selbst gesagt hast, wenn der andere einen Fehler macht, ist es halt sehr vorteilhaft, wenn man den anderen kennt. Also im Sinne von, wie reagiert er auf sowas, kommt er damit klar, hat er jetzt Möglichkeiten an der Hand, wie er drauf reagieren kann.
Das alles ist natürlich einfacher, wenn man denjenigen eben kennt und deswegen ist es schon angenehm, wenn man weiß, wer neben einem steht. Damit fallen viele Ungewissheiten weg!
Manchmal sind es Kleinigkeiten, wenn man zum Beispiel am Schießstand steht und derjenige neben einem wild zu Zittern anfängt… das kann jetzt natürlich sein Ritual sein, um sich nochmal anzuheizen, oder irgendwas stimmt nicht mit ihm. Da fragst du dich, gehört das jetzt dazu oder muss das jetzt so sein oder nicht? Das kann einen mehr irritieren, als wenn du halt einfach weißt, wann welcher Ablauf kommt. Mir ist es lieber, wenn man weiß, wer neben einem steht; aber es geht halt logischerweise nicht immer.
Denn es hat auch was mit Besetzungen, mit Qualifikationen zu tun. Wenn ich in Tokio tatsächlich das Mixed schieße, dann wird das auch nicht mit meiner Frau sein, weil sie sich leider nicht qualifiziert hat. Sehr, sehr knapp, aber sie hat es nicht geschafft.
In Tokio wird es dann definitiv jemand anderes sein, aber da muss man sich arrangieren. Wenn man einen Plan für den Wettkampf hat, sodass sich beide wolhfühlen, dann kann man sich voll auf seine Technik konzentrieren.  

… über den perfekten Score von 600:

Gar keine Fehler zu machen ist tatsächlich unrealistisch, aber 600 sind natürlich trotzdem drin, weil man das auch mit kleineren Fehlern schaffen kann.
Weltrekord ist aktuell 593, der ist von mir und aus dem Jahr 2013, wenn ich mich nicht irre.
Also die Weltspitze… wir Athleten sagen immer, dass man mit 584 normalerweise sicher im Finale steht. Wir hatten auch neulich 2 internationale Wettkämpfe, wo 584 nicht gereicht haben, aber das ist echt eher selten.
600 hab ich auch noch nie im Training geschossen, und das ist auch in unserer Disziplin glaub ich eher schwierig. Früher haben wir noch die olympische Schnellfeuerpistole geschossen bis 2004, das war auch ein anderes Kaliber und ein paar andere Rahmenbedingungen.  
Damals ist die 600 relativ oft vorgekommen, also dann war es eigentlich Gang und Gäbe, dass bei einem großen Wettkampf immer irgendjemand oder sogar  mehrere 600 geschossen haben. Ich glaube, das war dann vielleicht auch so ein bisschen der Grund, warum dann irgendwann mal die Disziplin ein bisschen umgestellt wurde. Damals war es sehr schwierig zu sagen, wer dann wirklich der Beste ist, wenn viele 600 schießen.

Wenn DU wissen möchtest… 

  • wie Christian mit dem Druck umgeht,   
  • wie er zum Thema Doping steht,
  • und was er von der Diskussion um Olympiaprämien hält,  dann höre unbedingt den Podcast!