KUNST. DES. RADFAHRENS.

Lukas Kohl spricht über das Kunstradfahren, welchen Einfluss das Alter darauf hat und was sein Rad so besonders macht... Jetzt Podcast anhören!

Lukas Kohl

Kurzinfos

Geburtsdatum: 15.01.1996

Wohnort: Ebermannstadt

Verein: RMSV Concordia Kirchehrenbach

Beruf: Wirtschaftsingenieur

Größte Erfolge

Weltrekordhalter mit 214,10 Punkten

Weltmeister: 2016, 2017, 2018, 2019

Weltcup-Gesamtsieger: 2018, 2019

Nr. 1 der UCI-Weltrangliste: 2017, 2018

Europameister: 2018

Deutscher Meister: 2016, 2017, 2018, 2019

Sportlupen-Schnellfeuer

Film – Serie

Süß – Salzig

Berge – Meer

Frühaufsteher – Nachtmensch

Selber kochen – bekocht werden

Viel Nachdenken – einfach Machen

lieber ganz knapp 2. werden – mit einigem Abstand 3. werden

Titel gemütlich zuhause feiern – Titel mit großer Party feiern

Lukas Kohl über ...

… seinen Werdegang zum Kunstradfahrer und Wirtschaftsingenieur:

Als Kind hatte ich da überhaupt keinen Gedanken, mal Profisportler zu werden. Und es ist auch so, dass wir als Kunstradfahrer nicht mal während der Karriere davon leben können. Bei vielen Sportarten müssen die Athlet*innen für danach vorsorgen, also ein Studium, eine Ausbildung oder was auch immer machen. damit sie nach dem Sport etwas haben. Bei uns, und das betrifft auch die Radballer, ist es so, dass wir nicht einmal währenddessen davon leben können. Deswegen habe ich auch nie den Gedanken gehabt, irgendwie Sportler oder ähnliches zu werden, sondern hatte normale Kindheitsträume. Auf den Gedanken, Wirtschaftsingenieur zu werden, kommt man als Kind nicht. Darauf bin ich auch erst am Ende vom Gymnasium draufgekommen, als wir auf einem Informationstag einer Uni waren. Meine Lieblingsfächer waren eigentlich immer Mathe, Physik und Wirtschaft und darin war ich auch richtig gut. Als ich dann auf den Studiengang Wirtschaftsingenieurwesen aufmerksam wurde, habe ich direkt gedacht, dass das ja perfekt passt mit den 3 Fächern als Kombination.  Ich habe das Ganze dann ja in Erlangen an der Uni im Bachelor angefangen und im Master dann beendet – und würde es auch sofort wieder machen!

… sein Kunstrad:

Man muss wissen, dass alle Kunsträder handgefertigt sind, also das ist keine Massenproduktion, sondern wirklich mit viel Liebe bis zum Detail gefertigt. Da gibt es verschiedene Größen und – in Anführungszeichen – verschiedene Ausstattungsvarianten. Wir Sportler sind da höchstsensibel… ich habe zum Beispiel eine Felge aus Karbon, damit ich vom Boden eine noch direktere Rückmeldung bekomme. Es gibt ein paar verschiedene Radmarken, 3 aus Deutschland, 1 aus der Schweiz, 1 aus Tschechien und noch eine kleine aus China. Man kann gerade an einem Sattel aber verdammt viele Sachen einstellen, das kann man gar nicht glauben! Also beispielsweise die Höhe, aber das weiß jeder. Aber dann, wie weit er nach hinten kippen soll, wie weit er nach links kippen soll, ob er stärker gedreht ist, wie hart oder wie weich der Sattel ist, da kann man wirklich so viele verschiedene Einstellungen machen, sodass es für jeden Sportler dann individuell passt. Man glaubt es nicht, aber sobald der Sattel auch nur einen halben Millimeter verändert ist, spürt man das sofort! Ich und mein Kunstrad sind eine Einheit.  

… den Faktor Alter beim Kunstradfahren:

Wir sind eine eher junge Sportart! Ich bin jetzt 25 und es kann nur noch bergab gehen, also ich bin gerade am Zenit angekommen. Es gibt wenig beziehungsweise fast keine Sportler, die älter als ich und trotzdem erfolgreich sind. Das ist auf der einen Seite schade, weil man weiß, dass das Ganze recht schnell endlich ist; aber auf der anderen Seite natürlich wieder cool, weil diese ganze geballte Ladung, dieses Ganze, was du drauf haben musst, in deinen jungen Jahren hast und nicht erst wahnsinnige 20 Jahre Erfahrung aufbauen musst, 20 Jahre auf Topniveau fahren. Wir sind also anders als viele andere Sportarten doch eher eine junge Sportart und man merkt das am schnellsten an der Reaktionsfähigkeit. Wir müssen immer schon reagieren, bevor das Rad wohin ausbricht… wir müssen das fühlen, und dann schon wieder korrigieren. Das geht wirklich innerhalb von Millisekunden und das funktioniert dann irgendwann eben 2 oder 3 Millisekunden langsamer und ist dann irgendwann so langsam, dass man es nicht mehr retten kann und abspringen muss. Dann hat man Punktabzug und wird eben schlechter.

Wenn DU wissen möchtest… 

  • worin Lukas die Ursache vermutet, dass Kunstradfahren nicht olympisch ist,   
  • welches Ritual er vor seinen Wettkämpfen durchführt ,  
  • und was er aus dem Kunstradfahren für sein Leben gelernt hat, dann höre unbedingt den Podcast!