EIS. KURZ. SCHLITTSCHUHE.

Foto: Richard Walch

Heute ist das Gesicht des deutschen Shorttrack zu Gast – Anna Seidel. Sie erzählt, wie sie über ihren Bruder zum Shorttrack kam und was diese Sportart so besonders macht. Außerdem sprechen wir über ihre Reha in Österreich, die olympischen Spielen und ihre Träumen für das Leben nach dem Leistungssport.  

Anna Seidel

Kurzinfos

Geburtsdatum: 31.03.1998

Geburtsort: Dresden

Größe: 1.66 cm

Gewicht: 53 kg

Verein: EV Dresden

Größte Erfolge

2x Silbermedaille Europameisterschaft 2021 Danzig

Bronzemedaille Europameisterschaft 2021 Danzig, 2020 Debrecen, 2018 Dresden, 2016 Sotschi

Bronzemedaille Olympische Jugend-Winterspiele 2016 Lillehammer

 

Sportlupen-Schnellfeuer

Dein Traumurlaub: ganz viel Sonne

Dein bestes selbstgekochtes Gericht: Bratkartoffel

Deine Lieblingsstadt: habe noch keine gefunden, vielleicht Los Angeles

Dein Humor: sehr sarkastisch

Dein Buchtipp für die Zuhörerinnen: Der Alchemist

Dein Lieblingslied: Robbery – Juice Wrld

Dein größtes Hobby: Mit Freunden treffen

Dein Lebensmotto: Gewinner geben niemals auf + stay in the moment

Dein Wunsch für 2021: Gesundheit!

Anna Seidel über ...

… den Körperkontakt beim Shorttrack:

Ja, das ist schon mehr als beim Eisschnelllauf. Dort hat man ja seine eigene Bahn und wir teilen uns hier die Bahn mit teilweise 5, 6 oder 7 Läuferinnen. Also ein bisschen Körperkontakt ist immer dabei, da muss man gerade bei den Frauen aufpassen. Es gibt da ein paar Tricks mit den Händen an den Hüften und so, also das ist schon nicht körperkontaktlos. Aber es gibt auch 3 Schiedsrichter auf dem Eis und dann noch natürlich den Videoassistent, und da schauen die Schiedsrichter schon, dass wirklich alles relativ fair abläuft und dass alle Überholmanöver sauber sind.

… den perfekten Körperbau für Shorttrack:

Das ist ganz unterschiedlich, wie wahrscheinlich in den meisten Sportarten. Es gibt immer verschiedene Körpertypen: Ich bin eben eher zärtlicher und habe jetzt nicht die allergrößten Oberschenkel… es gibt aber bei uns genauso wirklich teilweise Sprinterinnen, die haben da ganz andere Körper. Ich versuch daneben aber meinen Körper bestmöglich einzusetzen und das als Vorteil zu sehen, dass ich da in irgendwelche Lücken reinkomme und ich bin eben auch eher taktisch und auf längeren Stecken gut. Die Kraftpakete sind dann eher am Start besser und können besser sprinten, also das ist immer sehr individuell. Aber insgesamt gibt es bei uns von klein bis groß und von dünn bis sehr muskulös eigentlich alles.  

… über ihre Verletzung und die Reha:

Ja, also die Europameisterschaft lief [Anm. d. Red.: mit 2 Silber- und 1 Bronzemedaille] wirklich sehr gut, und 2 Wochen später ging es dann zur Weltmeisterschaft nach Holland. Dort habe ich mich dann in den Trainingsvorbereitungen kurz vor dem WM eben verletzt, bin hingefallen. Dabei habe ich mir das Schien- und Wadenbein gebrochen und das war dann alles relativ kompliziert und schwerwiegend… Da hab ich dann Platten und Schrauben zur Stabilisierung reinbekommen, als ich wieder zuhause operiert wurde. Das ist jetzt mittlerweile über 3 Monate her, und ich habe immer noch damit zu kämpfen, weil der Spalt im Knochen noch nicht komplett zugewachsen ist, da es eben dann schon eine große Lücke war. Jetzt bin ich gerade hier in diesem Red Bull Athlet Performance Center; also das ist ein Trainingscenter von Red Bull, und das ist wirklich der Hammer! Ich habe hier gefühlt eine 24-Stunden-Betreuung, habe echt krasse Behandlungen und Therapien und seitdem ich jetzt hier bin, geht es auch echt gut vorwärts. Aber ja dauert halt alles seine Zeit…

Wenn DU wissen möchtest… 

  • wie Sideris mit dem Druck umgeht,   
  • wie er zum Thema Doping steht,
  • und was er von der Diskussion um Olympiaprämien hält,  dann höre unbedingt den Podcast!