BOOT. WASSER. PERFEKTION.

Foto: Helmut Fohringer

Frieda Hämmerling

Kurzinfos

Geburtsdatum: 20.01.1997

Geburtsort: Kiel

Größte Erfolge

Silbermedaille WM Doppelvierer: 2019

Goldmedaille EM Doppelvierer: 2017, 2019 

Silbermedaille EM Doppelvierer: 2020

Bronzemedaille EM Doppelvierer: 2021 

Deutsche Meisterin im Kleinboot (Einer) 2019

Sportlupen-Schnellfeuer

Film – Serie

Süß – Salzig

Berge – Meer

Frühaufsteher – Nachtmensch

Selber kochen – bekocht werden

Viel Nachdenken – einfach Machen

lieber ganz knapp 2. werden – mit einigem Abstand 3. werden

Titel gemütlich zuhause feiern – Titel mit großer Party feiern

Foto: DRV

Frieda Hämmerling über ...

ihre Anfänge beim Rudern:

Ich bin tatsächlich über meinen Bruder zum Rudern gekommen! Das war eigentlich ganz lustig: Er hat wie gesagt gerudert, und als ich auch anfangen wollte hat er gesagt „Nee, such dir ein eigenes Hobby, du musst nicht immer dasselbe machen wie ich!“

Kurz darauf  hat er aber mit einem Lehrer zusammen die Ruder-AG in der Schule gegründet und die konnte ja nur bestehen, wenn da auch Leute mitmachen. Plötzlich musste ich also mit zum Training. So bin ich dann reingerutscht und war nur ein knappes halbes Jahr in der Ruder AG. Danach gings für mich direkt in die Leistungssportgruppe. 

… das Rudern im Fitnessstudio:

Also von der Bewegung an sich ist schon relativ ähnlich, aber es fühlt sich aber trotzdem komplett anders! Vor allem, weil sich das Boot bewegt und man das Wassergefühl hat ist es dann technisch nicht richtig zu vergleichen.

… den Tagesablauf im Trainingslager in Sevilla:

Der Tag beginnt meistens ungefähr um 7 Uhr, da müssen wir dann zur sogenannten Routine. Das heißt da müssen wir eine Urinprobe abgeben und lassen uns am Ohr Blut abnehmen, damit ein paar Werte bestimmt werden können. Damit wird dann eine Leistungsdiagnostik durchgeführt, also bestimmt, wie fit wir sind und ob wir beispielsweise genügend trinken. Danach geht es zum Frühstück, und dann ist meist um 07:30 Uhr oder 07:45 Uhr das erste Training. Da gehen wir dann meistens 90 Minuten rudern, da schafft man im Vierer so ungefähr 22 Kilometer. Im Anschluss daran gehen wir dann zum zweiten großen Frühstück und haben dann ein bisschen Pause. Mittags machen wir meist eine kurze Einheit, ungefähr eine Stunde lang, zum Beispiel lockeres Radfahren, Stabilisationstraining, Koordinationstraining oder so etwas Spielerisches. Nachmittags ist dann – je nachdem welcher Tag ist – Krafttraining, was dann meist 120 Minuten dauert. Alternativ gehen wir nochmal 90 Minuten rudern oder machen eine lange Radeinheit, das hängt ganz vom Trainingsplan ab. Alle 3 Tage haben wir einen freien Nachmittag, der natürlich zur Erholung gedacht ist. Die meisten schlafen da auch wirklich komplett durch, aber wenn man dann nicht ganz so müde ist kann man theoretisch auch mal in die Stadt gehen und sich etwas anschauen. Wegen Corona durften wir allerdings jetzt nicht in die Stadt gehen und hatten ein bisschen das Pech, dass wir permanent auf dem Trainingsgelände waren. 

…finanzielle Aspekte beim Rudern:

Also man kann als Ruderathlet*in natürlich zur Bundespolizei oder zur Bundeswehr gehen, wenn die Leistungen stimmen und man im Bundeskader ist. Dann kann man ganz gut davon leben auch… Ich zum Beispiel habe mich gegen die beiden Varianten entschieden, hatte aber das Glück, dass ich auch immer in der Förderung von der deutschen Sporthilfe war und dort auch relativ weit oben. Das heißt, zur Zeit kann ich auch sehr gut davon Leben! Man kann allerdings nicht groß etwas sparen oder Anlagen fürs Alter tätigen. Also für die aktuelle Situation ist es super, aber langfristig braucht man dann noch ein zweites Standbein. 

… die Gründe für ihr aktives Engagement zum Thema Feminismus:

Das war tatsächlich ein schleichender Prozess. Also in erster Linie habe ich mich immer ein bisschen beim Sport darüber aufgeregt,
dass doch die Männer oft präsenter sind. Das gilt auch bei uns für das Rudern, auch wenn wir gleich erfolgreich waren, stand bei uns zum Beispiel immer der
Achter der Herren im Vordergrund… teilweise war es so, dass wir gewonnen haben und der Achter ist 2. geworden, und dann gab es in der Sportschau eine fünfminütige Reportage, warum der Achter nur zweiter ist und wir wurden nicht mit einem Wort erwähnt. Das war eigentlich der Auslöser, dass ich mich unfair
behandelt gefühlt habe, und eine Freundin von mir, die auch mit dem Vierer bei mir sitzt, Carlotta, macht sich auch sehr stark für Feminismus und setzt sich
gegen Rassismus ein. Wir haben dann viel darüber gesprochen und ich habe mich informiert und dachte,  ich muss jetzt auch meine Reichweite ein bisschen dafür nutzen und darauf aufmerksam machen. Schließlich bringt es nichts, wenn ich mich einfach nur aufrege, ich muss auch was dafür tun, dass sich da was ändert!

Wenn DU wissen möchtest… 

  • welche Ziele Frieda für die Olympischen Spielen in Tokio hat,  
  • welche Ideen sie für die Zeit nach Olympia hat,  
  •  und was ihre Socken mit ihrem Erfolg zu tun haben, höre unbedingt den Podcas!